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Anteilsgebundene LV-Lösungen der dritten Generation3. Dezember 2012

Finanzielles Lebensplan-Konzept (V)
Anteilsgebundene LV-Lösungen der dritten Generation

Die aktuelle Debatte über die Rentabilität von Lebensversicherungen und die daraus geschlossenen Folgerungen für die Sicherstellung der Altersvorsorge deckt Schwächen auf, die die Branche nur ungern diskutiert. Es handelt sich dabei um Fragen der Transparenz, der Veranlagung sowie der Kosten und Sicherheit solcher Produkte. Eine Alternative sieht der Autor im Konzept Liechtensteinischer Versicherungsunternehmen. (Red.)

Quelle: Dipl.-Betriebsw. (FH) Rolf Klein,European Financial Planner EFP, Krefeld, E-Mail: rklein@neue-krefelder.de

 

Dieses Konzept fußt ganz wesentlich auf den besonderen Rahmenbedingungen, die von deutschen Versicherungen nicht in gleicher Weise angeboten werden. Vielmehr geht es um fünf spezielle Privilegien, die die Regierung des der Schweiz benachbarten Fürstentums gesetzlich eingeräumt hat.

 

1. Das Anlageprivileg

Im Gegensatz zu traditionellen Versicherungsverträgen, bei denen der Versicherungsnehmer weder Flexibilität, noch Transparenz oder Kenntnis über die Vermögensanlage der Versicherungsgesellschaft hat, bieten Liechtensteiner Anbieter moderne Versicherungslösungen. So etwa die Vienna-Life AG mit der Private-Wealth-Police, einer fondsgebundenen Lebensversicherung. Liechtenstein hat die dritte Generation entwickelt, die sogenannte anteilsgebundene Versicherung. Das bedeutet, dass der Sparanteil einer Renten- oder Lebensversicherung in alle, in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Investmentfonds oder Fonds-Vermögensverwaltungen (nach Wunsch des Versicherungsnehmers), investiert werden kann. Die dazu erforderlichen Rahmenbedingungen finden sich in Artikel 43 der Aufsichtsverordnung. Der Versicherungs-nehmer partizipiert so unmittelbar an der Entwicklung dieser Investments. Die Produktentwicklung in Liechtenstein hat dazu geführt, dass von einigen Anbietern individualisierte Deckungsstöcke geführt werden können. Unter einem Deckungsstock versteht man jenes Vermögen, welches den Wert der Policen einer Versicherungsgesellschaft widerspiegelt. Das heißt die Summe aller Ansprüche aus den Policen müssen im Deckungsstock der Versicherungsgesellschaft Deckung finden, wobei die Versicherungsgesellschaft bei traditionellen Versicherungs-produkten alleine verantwortlich dafür ist, wie im Deckungsstock investiert wird. So kann der Versicherungsnehmer die Anlagestrategie bestimmen. Diese so geführten Einzeldeckungsstocklösungen lassen in Zusammenarbeit mit externen Vermögensverwaltern und Finanzdienstleistern sehr individuelle Lösungen zu, ganz nach den Vorgaben und Vorstellungen der Kunden. Damit werden solche Lebensversicherungslösungen zu einem perfekten Instrument der Strukturierung von Anlage- und Vorsorgevermögen.

 

Bei fondsgebundenen Versicherungsprodukten hält die Gesellschaft in ihrem Deckungsstock die Summe all jener Fondsanteile, die sie aufgrund der Vorgaben der Versicherungsnehmer erworben hat, und rechnet die Anteile den einzelnen Policen zu. Das bedeutet, die Policen haben einen rechnerischen Wert und zuzuordnende Vermögenswerte, aber keine zugeordneten Vermögenswerte. Diese, gerade für den Private-Banking-Kunden, nicht unwesentliche Thematik wird durch die Einzeldeckungsstocklösung der Liechtensteinischen Anbieter gelöst.
Unter Einzeldeckungsstock versteht man eine Differenzierung des Deckungsstockes pro Police. Das heißt, die Versicherungsgesellschaft führt effektiv für jede einzelne Police ein eigenes Fondsdepot. Damit wird es aber auch möglich, nicht nur die Zuordnung einzelner Vermögenswerte zu einzelnen Policen wesentlich zu konkretisieren, sondern auch die Flexibilität des Versicherungsnehmers
auf die Ausgestaltung des Deckungsstockes seiner Versicherungspolice.

 

2. Das Steuerprivileg

Gegenüber der direkten Kapitalanlage in Investments ist die Anlage in fondsgebundene Renten- beziehungsweise Lebensversicherungen in den meisten europäischen Staaten mit teils erheblichen steuerlichen Vorteilen verbunden. In der Regel ist hierbei die Steuervergünstigung an bestimmte Kriterien geknüpft, zum Beispiel an Mindestlaufzeiten oder an Todesfallleistungen. Bei den steuerlichen Vorteilen ist zu unterscheiden, ob es sich um Vorteile bei Beginn der Laufzeit handelt. Zum Beispiel, ob Teile der Prämie abgesetzt oder gefördert werden können. Oder ob es sich um Vorteile während der Laufzeit handelt, wie eine steuerfreie Ansparphase beziehungsweise steuerfreie Thesaurierung der Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne. Oder um Vorteile, die im Zusammenhang mit der Auszahlung gewährt werden,
wie eine steuerfreie oder -reduzierte Behandlung. Für Kunden aus Deutschland stellt unter anderem die Private-Wealth-Police eine der wenigen verbliebenen steuerlichen Optimierungsmöglichkeiten dar. Die Prämie fließt ohne steuerliche Belastung in die Versicherung, während der Ansparphase kommt es zu einer gänzlich steuerfreien Thesaurierung von Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen. Bei der Auszahlung ist auf verschiedene Anforderungen zu achten: Prinzipiell kommt es zu einer Besteuerung des Unterschiedsbetrages (Auszahlungs- abzüglich Einzahlungsbetrag) mit der Abgeltungsteuer. Erfolgt eine Auszahlung im Erlebensfall jedoch nach mindestens zwölf Jahren Laufzeit und nach dem 62. Geburtstag des Begünstigten, so kommt nur die Hälfte des Unterschiedsbetrages zur Besteuerung, allerdings mit dem persönlichen Steuersatz. Stirbt die versicherte Person, kommt es zur Todesfallleistung. Diese ist komplett steuerfrei. Die Private-Wealth-Police ist eine Whole-Life-Police. Das heißt, dass es keine Vertragslaufzeit gibt und der Vertrag erst mit dem Tod der versicherten Person endet – also es dann zur steuerfreien Auszahlung kommt.

 

3. Das Konkursprivileg

Ganz generell spielt im Bereich Vorsorge das Thema Vermögensschutz eine große Rolle und ist häufig der Motivator, intelligente Lösungen für den „schutzbedürftigen“ Kunden zu entwickeln. Ganz besonders Lebens- und Rentenversicherungen genießen in fast allen Jurisdiktionen unterschiedlichen Schutz vor dem Zugriff Dritter, wobei zwei Betrachtungsweisen eine Rolle spielen: Die Forderungen können sich gegen den
Versicherungsnehmer richten oder aber die Forderungen können sich gegen die Versicherungsgesellschaft an sich richten – in beiden Fällen gewährleistet die Private- Wealth-Police ein hohes Maß zum Schutz der Vermögenswerte. Der erste Blick gilt in der Regel dem Konkursprivileg aus Sicht des Kunden. Inwieweit ist der Wert seiner Police gesichert, wenn gegen ihn vorgegangen wird? Da im Falle der Private-Wealth- Police deutsches Versicherungsvertragsrecht anzuwenden ist, kann über die intelligente Ausgestaltung des Bezugsrechts
naher Angehöriger (Ehepartner, Kinder oder Enkel), die Police dem Zugriff Dritter entzogen werden.

 

Die zweite Frage mit Blick auf die Versicherungsgesellschaft lautet: Inwieweit ist der Wert einer Police gesichert, wenn gegen die Versicherungsgesellschaft vorgegangen wird? An dieser Stelle wird einerseits auf die zuvor gemachten Ausführungen zur materiellen Aufsicht durch die Österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) verwiesen, andererseits kommen hier die Bestimmungen des Artikels 59a des Versicherungsaufsichtsgesetzes zur Anwendung, der auch auf Artikel 45 der Konkursordnung Bezug nimmt. Demnach werden die Vermögenswerte im Deckungsstock als Sondermasse betrachtet und dienen ausschließlich der Befriedigung von Versicherungsforderungen.
Gerade bei jenen Anbietern, die die skizzierten Einzeldeckungsstocklösungen anbieten, also pro Police ein eigenes Wertpapierdepot führen, trifft dies zu. Das bedeutet, dass der Versicherungsnehmer immer exakt aus dem seiner Police zuzuordnenden Wertpapierdepot beziehungsweise Konto befriedigt wird (Stichwort: Transparenz).

 

4. Das Diskretionsprivileg
Auch das Thema Diskretion ist in der heutigen Zeit ein wesentliches Anliegen des Kunden geworden. Internationale Studien kommen dabei zu dem Ergebnis, dass Geheimnisschutz berechtigte Interessen des Einzelnen schützen soll, zugleich aber nicht berechtigte Interessen der Allgemeinheit, wie Maßnahmen gegen die Geldwäscherei, Vorgehen gegen Terrorismus und die organisierte Kriminalität, missachten darf. Genau unter diesem Aspekt sind auch die Diskretionsbestimmungen des Liechtensteinischen Bank- und Versicherungsgeheimnisses als Datenschutz und nicht als Tatenschutz zu verstehen. Das Versicherungsgeheimnis in Artikel 44 des Versicherungsaufsichtsgesetzes wurde dem schon bewährten Bankgeheimnis nachempfunden und schützt die legitime Privatsphäre des Versicherungskunden, nicht jedoch  kriminelle Machenschaften. So wird das Versicherungsgeheimnis bei Strafverfolgungsverfahren durchbrochen, nicht jedoch bei Vergehen gegen ausländische Steuervorschriften. Mit der Umsetzung der strengen Sorgfaltspflichtgesetzgebung 2000 hat sich Liechtenstein ganz klar für eine Politik der Qualität und der Mitwirkung an internationalen Bemühungen gegen die Geldwäscherei entschieden.

 

5. Das Gestaltungsprivileg

Wenn man sich die Frage stellt, warum Kunden internationale Strukturierungslösungen suchen und realisieren, so ist eine der regelmäßig auftauchenden Antworten jene nach der Vermögensweitergabe (Nachlassmanagement). Gerade Lebensversicherungslösungen sind geeignet, diesen Bedarf in Abhängigkeit vom Leben einer oder auch mehrerer Personen zu gestalten. Ein Versicherungsvertrag wird entweder aufgrund von Zeitablauf oder aber eben durch Eintritt des Versicherungsfalles fällig. Durch die Wahl eines Whole-Life-Tarifs kann die Fälligkeit durch Zeitablauf deutlich verzögert werden, was aber wenn der Todesfall der versicherten Person zu früh eintritt? – Hier kann durch die Definition mehrerer versicherter Personen und der Bestimmung „Fälligkeit bei Tod der letztversterbenden versicherten Person“ der Auszahlungszeitpunkt weit in die Zukunft geschoben werden. Wenn hingegen, unabhängig vom Leben der versicherten Personen, eine bestimmte Laufzeit des Versicherungsvertrages in jedem Fall erreicht werden soll, dann kann zum Instrument der sogenannten Termfixklausel gegriffen werden. Eine solche hemmt die Fälligkeit der Police bis zum Erreichen eines bestimmten oder bestimmbaren Datums, zum Beispiel bis zu einem fixierten Geburtstag oder dem erfolgreichen Ausbildungsabschluss der begünstigten Person. Sobald die Fälligkeit gegeben ist greifen die Bestimmungen des Modus, die der Versicherungsnehmer festgelegt hat. Hinsichtlich der Begünstigung ist allgemein festzuhalten, dass es sich dabei einerseits um natürliche, aber auch um juristische Personen als Begünstigte handeln kann, andererseits kann eine solche widerruflich oder unwiderruflich eingerichtet werden. Wenn diese widerruflich orgesehen worden ist, so kann eine einzelne oder auch die  gesamte Begünstigungsregelung unbürokratisch, rasch und flexibel abgeändert werden, die Versicherungsgesellschaft ist lediglich schriftlich zu informieren. Eine ganz andere Komponente, die auch unter den Aspekt des Gestaltungsprivilegs gezogen werden kann, ist die Frage, wer die Rolle als Vertragspartner (Versicherungsnehmer) der Versicherungsgesellschaft wahrnehmen kann? Häufig wird das eine natürliche Person sein, vor allem dann, wenn die Lebensversicherung in seinem steuerlichen Umfeld begünstigt behandelt wird, dann knüpfen diese Begünstigungen häufig an diese Eigenschaft an. Genauso gut kann aber auch eine juristische Person oder ein Treuhänder als Versicherungsnehmer auftreten und den Versicherungsvertrag gegenüber der Gesellschaft abschließen. Als versicherte Person hingegen kommt verständlicherweise nur eine natürliche Person infrage, die, wie ausgeführt, identifiziert werden und ihre schriftliche Zustimmung
geben muss.

 

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