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Türkei und Russland treiben den Goldpreis28. August 2013

Weil der Preis für das Edelmetall seit Jahresbeginn in den Keller sackt, kaufen auch andere Schwellenländer kräftig zu. Die Notenbanken der übrigen Länder halten sich zurück. Von Rhiannon Hoyle, WSJ.de

 

Der niedrigere Goldpreis hat die Notenbanken der Türkei, Russlands, Aserbaidschans und Kasachstans im Juli an den Goldmarkt zurückkehren lassen. Am stärksten griffen die Türken zu: Die türkische Notenbank berichtete an den Internationalen Währungsfonds (IWF), dass sie mehr als 720.000 Feinunzen gekauft habe.

 

Die türkischen Reserven belaufen sich mittlerweile auf rund 14,9 Millionen Feinunzen, verglichen mit lediglich 9,3 Millionen im Vorjahr.

 

Russland, das bereits zu den größten Eignern von Gold weltweit zählt, hat nach den Daten des IWF im Juli ebenfalls stark zugekauft. Die russische Notenbank hat ihre Goldreserven seit April um mehr als 200.000 Feinunzen auf 32,2 Millionen Feinunzen erhöht.

 

Eine Feinunze besteht aus 31 Gramm reinen Goldes. Rund 33.000 Feinunzen ergeben eine Tonne des Edelmetalls.

 

Aserbaidschan hat die offiziellen Goldbestände um fast 65.000 Feinunzen gesteigert. Die Reserven des Landes, die noch im Dezember nahe Null lagen, belaufen sich inzwischen auf über 320.000 Feinunzen.

 

Die Notenbank von Kasachstan, die bereits im vergangenen Jahr regelmäßig Gold gekauft hat, stockte ihre Reserven von 4,2 Millionen im Juli um fast 35.000 Feinunzen auf.

 

Schwellenländer bauen Goldbestände aus

 

Die Notenbanken zahlreicher Schwellenländer haben ihre Goldbestände in den vergangenen Jahren ausgebaut, da die Schuldenkrise die Reservewährungen wie US-Dollar und Euro unter Druck brachte.

 

Wegen der Krise und der Niedrigzinspolitik zahlreicher Notenbanken rund um den Globus war der Goldpreis in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen, da das Metall als sicherer Hafen für Anleger gilt.

 

Seit Jahresbeginn ist der Preis jedoch eingebrochen, da wegen der positiven Wirtschaftsentwicklung der Beginn des Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik in den USA erwartet wird. Dies hat auch die Währungen zahlreicher Schwellenländer sinken lassen.

 

Insgesamt verlieren Notenbanken Interesse an Gold

 

Nach den Daten des World Gold Councils sind denn auch die Nettokäufe der Notenbanken im zweiten Quartal auf 71 Tonnen (rund 2,3 Millionen Feinunzen) Gold zurückgegangen von fast 165 Tonnen im Vorjahresquartal.

 

Doch zeigte sich Marcus Grubb vom World Gold Council überzeugt, dass vor allem die Notenbanken der Schwellenländer wegen der weiterhin sehr lockeren Geldpolitik ihre Bestände ausbauen werden.

 

Im Juli lag der Durchschnittspreis für eine Feinunze Gold beim Nachmittagsfixing in London bei 1287 US-Dollar. Im Januar hatte er noch 1671 Dollar betragen. Im August hat sich der Goldpreis wegen der wieder aufgekommenen Unsicherheit über die US-Konjunktur und der politischen Krise im Nahen Osten etwas erholt.

 

Quelle: welt.de

 

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